Kevin Richardson – Der Löwenflüsterer

Das besondere an Kevin Richardson ist der Umgang mit den Tieren, die nicht in Käfigen gehalten werden, sondern in großen Gehegen und später in seinem eigenen „Kingdom-of-the-White-Lion-Park“.

Kevin Richardson wurde 1974 in Johannesburg, Südafrika geboren. Als jüngstes von vier Kindern verbrachte Kevin seine Kindheit und Jugend am liebsten in der Natur. Schon als kleines Kind zeigte er ein Herz für Tiere und pflegte kranke Tiere wieder gesund und züchtete in jungen Jahren Heuschrecken und andere kleine Insekten.

Kevin Richardsons Zoologische Karriere

Richardson wollte Veterinär werden, bekam aber keinen Platz in der Veterinärschule. Daher ging er zur Universität und studierte Zoologie. Allerdings brach er nach zwei Jahren ab, weil das Studium zu sehr auf das Meer und die darin vorkommenden Tiere fokussiert war. Er entschied sich dazu, seine Leidenschaft für Tiere als ein Hobby weiterzuführen. Richardson begann Kurse in Physiologie und Anatomie am College zu belegen und startete seine Karriere als Physiotherapeut. Dadurch lernte er im Alter von 23 Jahren Rodney Fuhr kennen, der gerade den Lion Park in Broederstroom, 35 km entfernt von Johannesburg, gekauft hatte. Richardson verbrachte viel Zeit im 647 Hektar großen Park und lernte dort die sechs Monate alten Löwenbabys Tau und Napoleon kennen. Er verbrachte ein Jahr lang so viel Zeit mit den Löwen wie möglich. Schlussendlich bot Fuhr ihm eine Halbtagsstelle im Park an. Sechs Monate später arbeitete er täglich dort.

Momentan gehört Kevin Richardson der 800 Hektar große Kingdom-of-the-White-Lion-Park, in dem er und sein Team sich um seltene weiße Löwen, Schabrackenhyänen, Tüpfelhyänen, schwarze Leoparden, Jaguare und eine Vielzahl verschiedener Antilopenarten einschließlich Streifengnus, Giraffen, Impalas, Buntböcke und Nyalas kümmern. Richardson arbeitet mit seinen Löwen auch für kommerzielle Filmprojekte und Dokumentationen um ein Einkommen für den Park zu erwirtschaften. Zusätzlich hat der Park ein Volunteerprogramm für freiwillige Helfer.

Die Arbeit mit den Löwen

Richardson ist ein autodidaktischer Zoologe. Seine Kenntnisse rühren aus den Verbindungen und Beziehungen, die er zu seinen Tieren hat. Er brach viele Regeln im Umgang mit Löwen und anderen Großkatzen, hat dadurch aber auch viele Mythen über das Training mit diesen Tieren und ihre Verhaltensweisen entkräftet. So gibt es im Park Löwen, die eine Hyäne als ihr Rudelmitglied ansehen, da sie mit ihr aufgewachsen sind. Die Bindungen zwischen ihm und den Tieren sind so groß, dass er sich zwischen den Löwen schlafen legen, die Neugeborenen der Löwinnen betrachten und sogar mit Meg, einer von ihm aufgezogenen Löwin, schwimmen gehen kann. Richardson lernte auch schnell über die Gefahren in der Arbeit mit Löwen. Ein vier Jahre altes Männchen hielt ihn am Boden und biss ihn, ließ dann los und ging weg. Seit dieser Begebenheit nutzte Kevin seine Instinkte und hielt sich von Situationen, die gefährlich schienen, fern. In einem anderen Zwischenfall warfen ihn zwei 180 kg schwere Löwen zu Boden und ein Weibchen sprang auf ihn. Richardson wurde des Öfteren gekratzt, allerdings geschieht dies unter Löwen oft und liegt in ihrer Natur – er wird als Rudelmitglied daher nicht anders behandelt als die anderen Löwen.

Seine Mission

Um regelmäßige Einnahmen des Parks sicherzustellen, arbeitet Kevin Richardson auch als “Löwenflüsterer”, Autor und Produzent für verschiedene Filme. Die Löwenpopulationen fielen von 350.000 auf geschätzte 25.000 Individuen – innerhalb von 15 Jahren. Richardson hofft, dass die mediale Aufmerksamkeit seiner Filme das öffentliche Bewusstsein erhöht und auf die Tatsache aufmerksam macht, dass Afrikas Tiere geschützt werden müssen. Löwenjagden in Südafrika sind laut der Professional Hunter Association mehr als 90 Millionen Dollar wert. Die Regierung in Südafrika unterstützt solche Jagden aufgrund der Einnahmen in die Staatskassen. Kevin Richardson und das Kingdom of the White Lion hoffen, dass sie Menschen dazu bringen können, noch einmal über die Teilnahme an solchen Veranstaltungen nachzudenken.

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