Kolumne: Oliver Flesch

Gut wäre, wenn Frauen mehr wie Schwule ticken würden?

Die Frau von heute könnte es so gut haben. Sie könnte sich nehmen, was sie will. Rein sexuell gemeint. So weit sind wir inzwischen. Sicher, keine Frau bekommt jeden Mann, aber es bleibt immer noch eine große Auswahl übrig – Männer sind nicht so wählerisch. Sie könnten es also echt einfach haben, unsere Damen. Und damit kommen wir zum Problem: Frauen machen es sich ja bekanntlich lieber kompliziert.

Eben bekam ich eine Mail einer Dame; sie beschwerte sich über uns Männer, darüber, wie wir in den sozialen Netzwerken versuchen, Frauen ins Bett zu bekommen. Das sei so billig, meinte sie. Das ewige Anstupsen bei Facebook, oder Sätze wie: „WOW, siehst du heiß aus! Lust auf einen Kaffee?“. Die Dame hat Recht. Es ist billig. Aber es ist auch noch etwas anderes: reine Notwehr.

Nehmen wir mal an, es gäbe da draußen zehn Frauen, die einfach nur so mit mir schlafen wollen würden. Nehmen wir weiter an, ich würde diesen Frauen eine Mail schreiben, die nichts weiter als die Frage „Sex?“ enthält. Was glaubt ihr? Wie viele der zehn Frauen würden JA zurückschreiben? Zwei? Eine? Wenn überhaupt. Frauen wollen erst einmal, wie man in meiner Heimatstadt Hamburg sagt, betüttelt werden. Also erobert werden – aber bitte auf eine niveauvolle Art!

Das brauchen sie, um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen. Warum eigentlich? Es gibt keinen Grund für ein schlechtes Gewissen. Frauen, die oft Sex haben, werden nicht mehr als „Schlampen“ bezeichnet, man nennt sie heute schlicht: Frauen, die oft Sex haben. Nehmen wir mal an, es gäbe da draußen zehn schwule Männer, die einfach nur so mit mir schlafen wollen würden. Nehmen wir weiter an, ich würde diesen Männern eine Mail schreiben, die nichts weiter als die Frage „Sex?“ enthält. Was glaubt ihr? Wie viele der zehn Männer würden JA zurückschreiben? Ich sag’s euch: zehn! Und warum ist das so? Weil Schwule Männer sind und Männer es sich gern einfach machen.

Also, Mädels: Entweder ihr kommt weiterhin mit unseren billigen Anmachen klar oder ihr nehmt euch ein Beispiel an den Schwulen und macht euch ein bisschen lockerer zwischen den Beinen. Ich empfehle die Sache mit der Lockerheit.

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